Kieferchirurgie · Thema

Gutartige und bösartige Veränderungen im Kiefer

Die Diagnostik und Therapie von gutartigen und bösartigen Veränderungen im Kieferbereich gehört zu unserer täglichen Praxis. Die meisten Befunde sind harmlos — sicher weiß man das aber erst nach der Abklärung.

Erst klären, dann behandeln

Eine Verschattung im Röntgenbild ist noch keine Diagnose. Manche Zysten wachsen jahrelang unbemerkt, manche Knochenveränderungen bleiben gutartig, manche Stellen in der Mundhöhle tun das nicht. Der Unterschied lässt sich nicht am Bild allein entscheiden.

Deshalb die Reihenfolge: untersuchen, in 3D darstellen wenn nötig, Probe entnehmen, feingeweblich klären — und erst dann operieren oder weiterleiten.

Typische Befunde

  • Zysten des Ober- und Unterkiefers, häufig als Zufallsbefund im Röntgenbild
  • Odontogene Tumoren und Knochenveränderungen
  • Schleimhautveränderungen: weiße oder rote Areale, nicht heilende Stellen
  • Speicheldrüsenbefunde und Lymphknotenschwellungen
  • Verdacht auf ein Karzinom der Mundhöhle

Wie wir vorgehen

  1. Klinische Untersuchung, Röntgen, bei Bedarf 3D-Diagnostik
  2. Probeentnahme in örtlicher Betäubung, wenn der Befund unklar ist
  3. Feingewebliche Untersuchung durch ein pathologisches Institut
  4. Befundbesprechung mit Ihnen — verständlich, schriftlich, ohne Zeitdruck
  5. Therapie oder, bei bösartigem Befund, Anbindung an eine Klinik und ein Tumorboard

Eine Stelle in der Mundhöhle, die nach zwei Wochen nicht abgeheilt ist, gehört angeschaut. Das ist in den allermeisten Fällen unauffällig — und in den wenigen anderen entscheidend.

Schleimhautbefunde im Gesicht und am Mund beschreiben wir auch unter Schleimhäute der Mundhöhle und Tumorchirurgie.

Häufige Fragen

Nein. Die meisten Kieferzysten sind gutartig. Sie können aber wachsen, Zähne verlagern und den Knochen ausdünnen. Deshalb entfernen wir sie und lassen das Gewebe untersuchen — nicht weil wir das Schlimmste annehmen, sondern weil man es sonst nicht weiß.

Währenddessen nicht — die Stelle ist betäubt. Danach fühlt sie sich ein, zwei Tage wund an. Das Ergebnis liegt in der Regel nach einer Woche vor.

Dann binden wir Sie an eine Klinik und ein Tumorboard an. Wir lassen Sie mit dem Bericht nicht allein und erklären, was der nächste Schritt ist — bevor irgendetwas weitergeht.

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